Ich liebe die Kombination aus säuerlichem Rhabarber und süßen Himbeeren – besonders, wenn es schnell gehen soll und ein Glas trockener Rosé dazu passt. Dieses Rezept ist mein schneller Favorit für spontane Kaffeebesuche oder einen lauen Abend auf der Terrasse. Es verbindet knusprigen Mürbeteig, fruchtige Füllung und eine leichte Glasur, die perfekt mit einem frischen Rosé harmoniert. Im Folgenden beschreibe ich Schritt für Schritt, wie ich die Tarte zubereite, welche Tipps ich aus meinen vielen Tests mitgenommen habe und warum ein trockener Rosé so gut dazu passt.

Warum diese Kombination funktioniert

Rhabarber bringt eine schöne Säure mit, die durch die Süße der Himbeeren ausgeglichen wird. Ein trockener Rosé bietet gerade genug Fruchtigkeit, ohne zu süß zu sein, und besitzt oft florale oder rote Frucht-Noten (Erdbeere, Kirsche), die die Aromen der Tarte aufnehmen. Die leichte Säure des Weins harmoniert mit dem Rhabarber, während seine Fruchtigkeit die Himbeeren unterstreicht und für einen frischen Abgang sorgt.

Zutaten (für eine 24–26 cm Tarteform)

Mürbeteig
250 g Mehl (Type 405)
125 g kalte Butter, gewürfelt
70 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
Füllung
400 g Rhabarber, in 2 cm Stücken
200 g frische oder tiefgefrorene Himbeeren
100–120 g Zucker (je nach Säure des Rhabarbers)
1 EL Maisstärke
1 TL Vanilleextrakt
Glasur & Finish
2 EL Aprikosenmarmelade (erhitzt & passiert)
etwas Puderzucker zum Bestäuben (optional)

So mache ich den Mürbeteig schnell & sicher

Mein Trick für schnellen Mürbeteig: Ich arbeite mit kalten Zutaten und vermeide übermäßiges Kneten. Das ergibt einen zarten, aber stabilen Boden.

  • Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen.
  • Die kalten Butterwürfel hinzugeben und mit den Fingerspitzen oder einem Teigmischer schnell zu einer krümeligen Masse verreiben. Es sollen noch ein paar Butterstückchen zu sehen sein — das sorgt für Blätterung.
  • Das Ei dazugeben und nur so lange kneten, bis ein homogener Teig entsteht. Nicht zu lange, sonst wird der Boden zäh.
  • Den Teig flach zu einer Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und 20 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Wenn es extrem schnell gehen muss, reichen auch 10 Minuten im Gefrierfach.

Füllung vorbereiten

Die Füllung ist bewusst einfach gehalten, damit der Fruchtgeschmack im Vordergrund steht.

  • Rhabarber putzen und schräg in Stücke schneiden (ca. 2 cm).
  • Rhabarber mit Zucker, Maisstärke und Vanille in einer Schüssel vermischen. Die Maisstärke sorgt dafür, dass beim Backen nicht zu viel Flüssigkeit ausläuft.
  • Himbeeren vorsichtig unterheben — wenn die Himbeeren sehr reif sind, lieber etwas weniger Zucker nehmen.

Backen: Schritt für Schritt

Ich heize den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor.

  • Den Teig auf leicht bemehlter Fläche rund ausrollen und die Tarteform damit auskleiden. Den Rand schön andrücken und überschüssigen Teig entfernen.
  • Die Fruchtfüllung gleichmäßig auf dem Boden verteilen.
  • Optional: Aus restlichem Teig Streifen für ein Gitter schneiden oder einfache Rauten legen — das sieht hübsch aus und lässt Dampf entweichen.
  • Die Tarte ca. 35–40 Minuten backen, bis der Rand goldbraun ist und die Füllung blubbert. Bei sehr saftigem Rhabarber kann es ein paar Minuten länger dauern.

Glasur & Servieren

Direkt nach dem Backen streiche ich die erwärmte Aprikosenmarmelade dünn auf die noch heiße Tarte — das verleiht Glanz und konserviert die Früchte leicht.

  • Tarte auskühlen lassen (etwas warm ist sie am besten) und nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.
  • Mit frischen Minzblättern oder einigen frischen Himbeeren garnieren.

Tipps, die ich beim Backen gelernt habe

  • Falls der Boden durchweicht: Vorab den Boden 10 Minuten blindbacken (mit Backpapier und Hülsenfrüchten) und erst dann die Füllung geben. Ich mache das, wenn ich sehr saftigen Rhabarber nutze.
  • Für extra Aroma: Einen Schuss Zitronensaft oder etwas Orangenschale in die Füllung geben — das hebt die Fruchtaromen.
  • Gefrorene Himbeeren kannst du direkt nehmen, aber sie geben mehr Saft ab. Dann weniger Zucker und etwas mehr Maisstärke verwenden.
  • Wer es noch schneller mag: Fertiger Mürbeteig aus dem Kühlregal funktioniert auch gut.

Weinempfehlung: Welcher trockene Rosé passt?

Ich greife gern zu einem trockenen Provence-Rosé oder einem Rosé aus der Pfalz/Kaiserstuhl. Wichtige Kriterien:

  • Trocken: Damit der Wein die Fruchtigkeit der Tarte ergänzt, ohne zu süß zu wirken.
  • Frische Säure: Sie bringt eine schöne Balance zur Rhabarber-Säure.
  • Feine Fruchtaromen (Erdbeere, Himbeere, Zitrus): Sie spiegeln die Tarte-Aromen wider.

Einige Marken, die ich mag: ein klassischer Côtes de Provence Rosé (gute Alltagsflaschen gibt es oft um 8–12 €) oder ein deutscher Rosé wie von Weingütern aus der Pfalz (z. B. trocken aus Dornfelder oder Spätburgunder-Trauben). Wenn du etwas Besonderes möchtest, probiere einen Rosé mit minimaler Holznote — das kann sehr elegant mit karamellisierten Rändern der Tarte harmonieren.

Variationen, die ich oft ausprobiere

  • Für einen streusellastigen Crunch: Vor dem Backen grobe Butterstreusel über die Füllung geben.
  • Mit Mascarpone: Einen Klecks Mascarpone mit etwas Honig als Beilage servieren — besonders lecker, wenn die Tarte noch leicht warm ist.
  • Gewürzvariante: Eine Prise Zimt oder Kardamom in die Füllung für eine warme Note.
  • Vegan: Butter durch vegane Margarine ersetzen und statt Ei im Teig 2–3 EL kaltes Wasser verwenden.

Beim Servieren achte ich darauf, dass der Wein und die Tarte nicht zu warm sind: Die Tarte darf gerne leicht warm sein, der Rosé sollte gut gekühlt (8–10 °C) serviert werden. So entsteht die ideale Verbindung von Frische, Säure und Frucht — einfach, schnell und unglaublich wohlschmeckend.