Frische Kräuter sind für mich unverzichtbar – sie bringen Leben in einfache Gerichte und verwandeln Alltagsreste in kleine Geschmackserlebnisse. Doch allzu oft landen Bündel im Kühlschrank, werden schlapp oder braun und ich ärgere mich über verschwendete Kräuter. In den letzten Jahren habe ich verschiedene Methoden ausprobiert und verfeinert, sodass meine Kräuter im Schnitt zwei Wochen halten und jederzeit einsatzbereit sind. Hier teile ich meine bewährten Tipps, sortiert nach Kräutergruppen und Lagertechniken, damit auch Sie länger Freude an frischen Kräutern haben.

Grundregeln vorab

Bevor ich auf einzelne Methoden eingehe, hier ein paar Prinzipien, die immer gelten:

  • Nie Kräuter in der Plastiktüte lassen — darin stauen sich Feuchtigkeit und die Kräuter schwitzen.
  • Frische Kräuter möglichst am Tag des Einkaufs oder Erntens verarbeiten: welkes Blattwerk entfernen, abgestorbene Stellen abschneiden.
  • Schnittstellen leicht schräg anschneiden, das fördert die Wasseraufnahme.
  • Ob waschen oder nicht: Ich wasche zarte Kräuter (Petersilie, Koriander) kurz, schleudere sie trocken und trockne sie zusätzlich mit Küchenpapier; robuste Kräuter (Rosmarin, Thymian) wasche ich oft nur wenn nötig.
  • Kräuter im Glas mit Wasser — meine Alltagsmethode

    Für Schnittkräuter wie Petersilie, Koriander, Dill oder Sellerie funktioniert bei mir das "Strauß-im-Glas"-Prinzip hervorragend:

  • Stiele aufschneiden und in ein Glas mit etwa 2–3 cm frischem Wasser stellen (wie ein Blumenstrauß).
  • Blätter dürfen nicht im Wasser hängen, sonst faulen sie.
  • Glas mit einem losen Plastikbeutel oder einer wiederverwendbaren Silikonhaube abdecken, um Feuchtigkeit zu halten, aber nicht luftdicht.
  • Täglich bis jeden zweiten Tag Wasser wechseln.
  • So bleiben Kräuter oft 10–14 Tage frisch. Für längere Haltbarkeit stelle ich das Glas in den Kühlschrank — besonders bei Koriander hat das super funktioniert.

    Küchenpapier-Methode für den Kühlschrank

    Diese Methode nutze ich bei Basilikum (wenn ich ihn nicht ins Wasser stellen will), Schnittlauch, Minze und Oregano:

  • Kräuter locker in trockenes Küchenpapier einwickeln (nicht zu fest), dann in eine gelochte Plastiktüte oder in eine Frischhaltebox legen.
  • Die Box ins Gemüsefach geben, so bleibt die Luftfeuchtigkeit moderat.
  • Bei Bedarf das Küchenpapier wechseln, wenn es sehr feucht geworden ist.
  • Diese Methode reduziert Kondensation und hält Kräuter spritzig und grün.

    Robuste Kräuter — trocken und hängend oder in luftiger Dose

    Rosmarin, Thymian, Salbei sowie Lorbeer dürfen trocken lagern:

  • Wenn ich viele davon habe, binde ich kleine Bündel und hänge sie kopfüber an einem trockenen, warmen Ort zum Trocknen auf — so entstehen später herrlich aromatische, getrocknete Vorräte.
  • Für die Frische-Aufbewahrung lege ich Zweige locker in eine luftdurchlässige Dose oder Papiertüte im Kühlschrank.
  • Einfrieren: die zuverlässigste Methode für lange Haltbarkeit

    Wenn ich Kräuter länger als zwei Wochen halten möchte, friere ich sie ein — das geht schnell und erhält viel Aroma:

  • Grob hacken und in Eiswürfelformen mit Olivenöl oder Wasser einfüllen. Nach dem Einfrieren in Gefrierbeutel umfüllen. Ideal für Suppen, Saucen und Pfannengerichte.
  • Kräuter ganz lassen und auf ein Backblech legen, vorgefrieren, dann in Gefrierbeutel umfüllen (verhindert Klumpenbildung).
  • Für Pesto oder Kräuterbutter mische ich gehackte Kräuter mit Butter oder Öl, forme Rollen in Frischhaltefolie und friere sie ein — Scheiben sind dann sofort portionierbar.
  • Ich verwende gern die Eiswürfelformen von OXO oder flexible Silikonformen; sie lassen sich leicht entnehmen.

    Kräuterbutter, Pesto und Aromaböden

    Diese Zubereitungen sind praktisch, lecker und lassen Kräuter monatelang konservieren:

  • Kräuterbutter: weiche Butter mit gehackten Kräutern, Zitronenzeste und etwas Salz vermengen, in Rollen formen und einfrieren. Für ein Steak oder gedünstete Kartoffeln perfekt.
  • Pesto: klassisch mit Basilikum, Pinienkernen, Parmesan, Knoblauch und Öl püriert und in kleinen Gläsern mit einer Öl-Schicht bedeckt — im Kühlschrank hält es eine Woche, eingefroren mehrere Monate.
  • Kräuteröl: Kräuter grob hacken, mit gutem Olivenöl (z. B. von einer vertrauenswürdigen Marke wie Borges oder Carapelli) bedecken und kühl lagern. Nicht zu warm aufbewahren, sonst setzt sich Aroma ab.
  • Praktische Tabelle: Welche Methode für welche Kräuter?

    Kräuter Beste Methode Haltbarkeit (bei richtiger Lagerung)
    Petersilie, Koriander, Dill Glas mit Wasser + Kühlschrank oder Einwickeln in Küchenpapier 10–14 Tage
    Basilikum Glas mit Wasser bei Zimmertemperatur (nicht im Kühlschrank) oder Einfrieren als Pesto 5–10 Tage / Monate eingefroren
    Schnittlauch Küchenpapier + Frischhaltebox oder fein gehackt eingefroren 10–14 Tage / Monate eingefroren
    Rosmarin, Thymian, Salbei Trocken lagern oder einfrieren in Öl 2+ Wochen frisch / Monate eingefroren

    Kleine Tricks, die viel bringen

    Aus Erfahrung helfen diese Kleinigkeiten enorm:

  • Stiele regelmäßig kürzen und altes Wasser sofort wechseln.
  • Basilikum im Kühlschrank verdirbt schneller — ich stelle ihn lieber auf die Arbeitsfläche im Glas wie einen Blumenstrauß, wenn das Klima nicht zu heiß ist.
  • Bei Kräutern mit empfindlichen Blättern (z. B. Koriander) die groben Stiele entfernen, damit das Blattwerk mehr Luft bekommt.
  • Verwenden Sie durchsichtige Gefäße oder Boxen — so sehe ich sofort, wenn etwas beginnt zu schwächeln.
  • Schnelle Rezepte für die "immer einsatzbereit"-Küche

    Wenn ich Kräuter konserviere, mache ich gleich kleine Portionsideen:

  • Kräuter-Eiswürfel: 1 Teil gehackte Kräuter + 2 Teile Olivenöl in Eiswürfelform. Perfekt für Saucen.
  • Minz-Zitronen-Butter: Minze + Zitronenschale + Butter → ideal zu gebratenem Fisch oder auf geröstetem Brot.
  • Schnittlauch-Salz: Schnittlauch fein schneiden und mit grobem Meersalz mischen — in einem Glas bleibt das Aroma monatelang.
  • Mit diesen Methoden bewahre ich meine Kräuter länger als zwei Wochen auf und habe immer etwas Aromatisches parat — sei es frisch gehackt, als Würfel im Gefrierfach oder als Scheibe Kräuterbutter. Probieren Sie aus, welche Kombination für Ihre Küche am besten funktioniert. Ich freue mich, wenn Sie mir berichten, welche Tricks bei Ihnen gut funktionieren oder welche Fragen Sie noch haben.