Als Liebhaberin einfacher, aber geschmackvoller Drinks möchte ich heute mit Ihnen teilen, wie man einen schnellen Aperol Spritz zaubert, ohne Prosecco, der geschmacklich dem Original sehr nahekommt. Manchmal ist kein Prosecco zur Hand, man möchte weniger Alkohol, oder man sucht eine erschwinglichere Alternative — in all diesen Fällen lassen sich die typischen Elemente des Spritz (spritzig, bitter-süß, frisch) wunderbar nachbauen.

Worauf es bei einem Aperol Spritz wirklich ankommt

Bevor ich ins Rezept gehe, ein kurzer Blick auf die Geschmacksarchitektur: Ein klassischer Aperol Spritz lebt von drei Komponenten: Aperol (bitter-süß, Orangen- und Wurzelnoten), ein trockener, leichter Schaumwein (Prosecco) und Sprudelwasser für Frische. Wichtig sind die Balance zwischen Süße und Bitterkeit, die Kohlensäure und eine angenehme Säure im Hintergrund. Fehlt der Prosecco, muss ich diese Funktionen ersetzen: Süße/Fruchtigkeit, leichte Säure und spritzige Perlage.

Mein schnelles Rezept: Aperol Spritz ohne Prosecco

Dieses Rezept ist mein Alltagsfavorit, wenn es schnell gehen soll und keine Flasche Prosecco geöffnet werden soll:

Zutaten (für 1 Glas):

  • 60 ml Aperol
  • 90 ml trockener, gekühlter deutscher Sekt (z. B. ein halbtrockener Sekt oder ein trockener Winzersekt) oder alternativ 70 ml trockener Weißwein + 20–30 ml Sodawasser
  • 30–40 ml Soda oder Mineralwasser mit Kohlensäure (je nach Geschmack)
  • Eiswürfel
  • 1 Orangenscheibe zum Garnieren
  • Zubereitung:

  • Glas (am besten ein großes Weinglas) großzügig mit Eis füllen.
  • Den Aperol in das Glas geben.
  • Den gekühlten Sekt bzw. die Weißwein-Sodamischung langsam hineingeben.
  • Mit dem Sodawasser auffüllen, kurz mit einem Barlöffel umrühren — nicht zu stark, damit die Kohlensäure erhalten bleibt.
  • Mit einer Orangenscheibe garnieren und sofort servieren.
  • Warum dieser Aufbau funktioniert: Der Sekt übernimmt die spritzige Perlage und einen Hauch Säure, der Weißwein + Soda-Trick simuliert die fruchtige Leichtigkeit des Prosecco, besonders wenn Sie einen trockenen, fruchtigen Riesling oder einen Grünen Veltliner verwenden.

    Alternative Basen — Vor- und Nachteile

    Je nachdem, was Sie im Haus haben, sind verschiedene Ersatzmöglichkeiten sinnvoll. Ich liste hier Optionen auf, die ich oft nutze:

  • Cava: Schmeckt ähnlich frisch wie Prosecco, oft mit kräftigerer Perlage. Gut geeignet, wenn Sie etwas Struktur möchten.
  • Deutscher Sekt/Winzersekt: Regional, häufig trockener als Prosecco. Sehr gut als Ersatz, gibt dem Drink eine elegantere Note.
  • Trockener Weißwein + Sodawasser: Falls kein Schaumwein vorhanden ist. Ein fruchtiger Riesling oder Pinot Grigio funktioniert gut. Verhältnis etwa 70:30 (Weißwein:Soda).
  • Schaumwein auf Basis von Chardonnay oder Pinot Blanc: Gibt mehr Körper, fällt geschmacklich etwas wärmer aus, mit Butter-/Brioche-Noten — schmeckt interessant, aber weniger »spritzig«.
  • Soda + Traubensaft (weiß, trocken): Für alkoholarme Varianten: 70 ml weißer Traubensaft + 30–50 ml Soda, dazu Aperol oder Aperol-Alternativprodukt.
  • Non‑Alcoholic Variante, die überrascht

    Für eine alkoholfreie Version ersetze ich Aperol durch einen alkoholfreien Bitterlikör (z. B. „Lyre’s Italian Orange“ oder „Ceder‘s Crisp“ in Kombination mit etwas Orangensaft) und den Prosecco durch einen alkoholfreien Schaumwein (z. B. „Söhnlein Brillant Zero“) oder Mineralwasser mit viel Kohlensäure plus ein Spritzer Apfel- oder weißer Traubensaft. Rezept:

  • 60 ml alkoholfreier Bitterlikör
  • 80–100 ml alkoholfreier Sekt oder stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser + 20–30 ml weißer Traubensaft
  • 30–40 ml Sodawasser
  • Kleine Geschmackstricks, die den Unterschied machen

    Ich teile gern ein paar praktische Feinheiten, die ich über die Jahre entdeckt habe:

  • Wenn der Drink zu süß wirkt: Ein Spritzer frischer Zitronensaft bringt die Säure zurück und balanciert die Süße.
  • Zu wenig Bitterkeit: Ein paar Tropfen Campari (vorsichtig dosieren) oder ein Spritzer Wermut kann Tiefe geben.
  • Mehr Komplexität: Ein Hauch Orangenbitter (z. B. Angostura Orange) oder ein bitteres Kräuterlikörchen (z. B. Select) macht den Geschmack schichtiger.
  • Kohlensäure erhalten: Zuerst Aperol, dann Schaumwein/Weißwein, zuletzt Soda hinzufügen und nur sanft umrühren.
  • Eisqualität: Große Eiswürfel schmelzen langsamer und verwässern den Drink weniger — das nutze ich immer.
  • Variationen und saisonale Ideen

    Ich experimentiere gern mit Früchten und Kräutern:

  • Sommer: Ein paar frische Himbeeren oder eine dünne Scheibe Pfirsich im Glas schaffen fruchtige Nuancen.
  • Herbst: Ein Spritzer Quitten- oder Apfelsaft für warme Aromen.
  • Kräuter: Rosmarin- oder Thymianzweig als Garnitur passt wunderbar zu einer herberen Basis (z. B. Cava).
  • Tabelle: Schnellvergleich von Alternativen zum Prosecco

    AlternativeCharakterWann verwenden
    CavaFrisch, kräftige PerlageWenn mehr Struktur und Aroma gewünscht
    Deutscher SektTrockener, oft eleganterRegional-saisonale Variante
    Weißwein + SodaFlexibel, fruchtigKein Schaumwein zur Verfügung
    Alkoholfreier SektKohlensäure ohne AlkoholAlkoholfreie Variante
    Mineralwasser + TraubensaftLeicht süßlich, spritzigAlkoholarme Alternative

    Servier- und Menütipps

    Ein Aperol Spritz ohne Prosecco passt wunderbar zu leichten Vorspeisen: Bruschetta, Serrano mit Melone, oder Oliven und Nüsse. Wenn ich Gäste habe, stelle ich oft eine kleine Spritz-Station bereit: verschiedene Schaumweine, Soda, ein Korb mit Zitrusfrüchten und Kräutern — so kann jede*r seinen perfekten Spritz mixen.

    Wenn Sie Fragen zu konkreten Weinen oder alkoholfreien Produkten haben, die Sie zuhause haben, schreiben Sie mir gern — ich helfe bei der Kombination und gebe Ihnen eine genaue Mengenempfehlung. Viel Freude beim Mixen und Prost!