Fermentierter Eistee ist für mich eine der schönsten Möglichkeiten, alltägliche Getränke aufzupeppen: er ist erfrischend, leicht prickelnd, voller Aroma und lässt sich wunderbar vorbereiten. Mein Favorit ist ein grüner Tee mit frischem Ingwer — eine Kombination, die belebend wirkt und im Sommer wie im Winter großen Genuss bringt. In diesem Beitrag gebe ich dir meine Schritt-für-Schritt-Anleitung, praktische Tipps zur Fermentation, Variationsideen und Antworten auf die wichtigsten Fragen, die beim Selbermachen auftauchen.
Warum fermentierter Eistee?
Ich liebe fermentierten Eistee, weil er weniger süß als viele Fertigprodukte ist, dafür aber komplexere Aromen und oft eine leichte Kohlensäure entwickelt. Die Fermentation bringt Tee und Ingwer auf eine neue Ebene: das Ingweraroma wird intensiver, die Bitternoten des grünen Tees mildern sich und oft entsteht ein leicht fruchtiger Unterton. Außerdem ist die Herstellung nachhaltig und preiswert — ideal für den täglichen Genuss.
Zutaten und Utensilien
Für ca. 2–2,5 Liter fertigen Eistee benötigst du:
| Zutaten | Menge |
| Wasser (gefiltert oder stilles Mineralwasser) | 2,5 Liter |
| Grüner Tee (loser Tee oder Teebeutel) | 6–8 g loser Tee oder 4 Teebeutel |
| Frischer Ingwer | 30–40 g (stückig, je nach gewünschter Schärfe) |
| Rohzucker, Honig oder Zuckerrohrsirup (optional) | 60–100 g (optional, kann reduziert werden) |
| Starterkultur: Kombucha-Ansatz, SCOBY-Liquid oder 100 ml unpasteurisierten Kombucha/Teepilz-Flüssigkeit | 100–200 ml |
| Optional: Zitronensaft oder Limette | 1 EL frisch gepresst |
Wichtige Utensilien:
- Ein großes Glasgefäß oder Einmachglas (3 l ist ideal)
- Ein sauberes Mulltuch oder Kaffeefilter + Gummiband zum Abdecken
- Küchenmesser und Schneidebrett für den Ingwer
- Feines Sieb oder Tuch zum Abseihen
- Flaschen mit Bügelverschluss für die Aufbewahrung (für Kohlensäure) oder eine große Karaffe
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Ich teile meine Methode in übersichtliche Etappen — so gelingt der fermentierte Eistee zuverlässig:
1. Tee zubereiten: Bringe 1 Liter Wasser zum sanften Sieden (nicht unbedingt kochen) und gieße es über den grünen Tee. Lass den Tee 3–4 Minuten ziehen; bei empfindlichen grünen Tees kann kürzer besser sein, damit keine Bitterkeit entsteht. Anschließend durch ein Sieb geben und mit den restlichen 1,5 Litern kaltem Wasser auffüllen, damit die Temperatur rasch sinkt.
2. Ingwer vorbereiten: Schäle den Ingwer (mit einem Löffel geht das schnell) und schneide ihn in dünne Scheiben oder reibe ihn grob — je feiner, desto intensiver das Aroma. Ich mag es, einige Scheiben ganz zu lassen für ein dezentes Aroma und etwas geriebenen Ingwer für mehr Schärfe.
3. Süßen (optional): Wenn du süßen möchtest, löse den Zucker oder Honig im noch warmen Tee auf. Achte darauf, nicht zu viel zu süßen — die Fermentation baut Zucker teilweise ab, aber zu viel Anfangszucker kann zu sehrem Gärgeschmack führen.
4. Abkühlen lassen: Der Tee muss auf Zimmertemperatur abgekühlt sein (max. 30 °C), bevor du die Starterkultur hinzufügst. Heiße Flüssigkeit zerstört die nützlichen Mikroorganismen.
5. Starter hinzufügen: Gib 100–200 ml unpasteurisierten Kombucha oder Flüssigkeit eines SCOBY dazu. Wenn du keinen Kombucha hast, kannst du mit einem Stück SCOBY oder etwas „Mutter“ aus dem Kombucha-Glas arbeiten. Ohne Starter kann die Fermentation unvorhersehbar sein — ich empfehle immer, einen zuverlässigen Starter zu verwenden.
6. Ingwer reinlegen und abdecken: Gib den Ingwer in das Gefäß, decke es mit einem Mulltuch ab und befestige es. Der Tee braucht Luft, aber kein Staub oder Insekten.
7. Fermentation: Stell das Glas an einen warmen Ort (20–25 °C) und lass den Tee 2–5 Tage fermentieren. Ich probiere ab dem zweiten Tag täglich; je länger, desto saurer und weniger süß wird der Tee. 2–3 Tage ergeben meist einen harmonischen, leicht säuerlichen Geschmack für den Alltagsgenuss.
8. Abseihen und abfüllen: Entferne Ingwer und seihe den Tee durch ein feines Sieb. Fülle den Eistee in Flaschen mit Bügelverschluss, um ein wenig Kohlensäure zu entwickeln, oder in eine große Karaffe für direkten Genuss. Wenn du Flaschen verwendest, fülle sie nicht bis zum Rand — etwas Luft fördert die Kohlensäurebildung, aber zu viel Druck kann gefährlich werden. Ich öffne die Flaschen nach 1–2 Tagen vorsichtig, um überschüssigen Druck abzulassen.
Lagern und Servieren
Im Kühlschrank hält sich der fermentierte Eistee mindestens 1–2 Wochen, wenn er gut verschlossen ist. Durch die Kälte verlangsamt sich die Fermentation deutlich. Serviere den Eistee kalt mit Eiswürfeln, einem Zweig frischer Minze oder einer Scheibe Zitrone. Für den extra Frischekick mische ich manchmal ein bisschen Sprudelwasser dazu oder gebe vor dem Servieren einen Schuss Limettensaft.
Variationen und Anpassungen
Ein großer Vorteil dieser Basisrezeptur ist ihre Anpassungsfähigkeit. Hier ein paar Ideen, die ich oft nutze:
- Mit Früchten: Einige Scheiben Pfirsich oder Apfel mitfermentieren lassen — das gibt Fruchtigkeit.
- Kräuter-Kick: Frische Minze, Zitronenverbene oder Basilikum ergänzen grünen Tee sehr schön.
- Weniger Ingwer: Für empfindliche Gaumen weniger Ingwer verwenden oder stattdessen Ingwersirup nachträglich hinzufügen.
- Mit Schwarztee: Wenn du kräftigeres Aroma willst, mische schwarzen und grünen Tee.
Häufige Fragen
Ist fermentierter Eistee sicher? Ja, wenn du sauber arbeitest und einen verlässlichen Starter nutzt. Achte auf ungewöhnliche Gerüche (stark faulig, schimmelig) oder sichtbaren Schimmel — dann entsorge den Ansatz. Ein leicht säuerlicher, erfrischender Geruch ist normal.
Warum wird mein Eistee zu sauer? Höhere Temperaturen und längere Fermentation führen zu mehr Säure. Reduziere die Fermentationszeit oder lagere das Glas kühler.
Kann ich Zucker komplett weglassen? Für die Mikroorganismen ist Zucker die Nahrung; komplett ohne Zucker fermentiert der Prozess sehr langsam oder gar nicht. Du kannst aber deutlich weniger verwenden oder natürliche Süßungsmittel wie Honig in moderaten Mengen probieren.
Wie mache ich Kohlensäure? Fülle den fertigen Tee in luftdichte Flaschen (Bügelverschluss) und lasse sie 1–3 Tage bei Raumtemperatur stehen. Prüfe regelmäßig den Druck und stelle die Flaschen dann in den Kühlschrank.
Wenn du magst, teile gern in den Kommentaren, wie du deinen Ingwer-Eistee aromatisierst — mit Pfirsich, Minze oder vielleicht etwas Rosmarin? Ich freue mich auf eure Varianten und Fragen, denn gemeinsame Experimente machen das Fermentieren noch schöner.